Paul Sinkwitz

Aus Biographisches Lexikon der Oberlausitz
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Name = [Sinkwitz]
Vorname = [Paul]
Geburtsdatum = [29.03.1899]
Geburtsort = [Ebersbach/OL]
Sterbedatum = [15.7.1981]
Sterbeort = [Bad Tölz]
Amt/Beruf = [Zeichner], [Lithograph]
Familie =
Vater: Ernst Sinkwitz (Textilhändler)
Geschwister: drei ältere
Ehen: 1931 Ehe mit Gertrud Toffl
Kinder: 1 Sohn (Dr. Peter Sinkwitz, Bad Fredeburg) und 3 Töchter
Bemerkungen = erste Ausbildung als Zeichner und Lithograph an der Graphischen Kunstanstalt in Ebersbach/OL, ab 1920 Studium an der Staatlichen Akademie der Graphischen Künste in Leipzig und an der Kunstgewerbeakademie in Dresden, war der Werkbundidee verpflichtet, Mitglied im Bund Deutscher Gebrauchsgraphiker (BDG), 1924-1929 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden, Meisterschüler von Robert Sterl, 1931-1940 Lehrtätigkeit an der Staatl. Akademie für Kunstgewerbe, 1940 Dozent für Schriftgestaltung an der Staatlichen Kunsthochschule Dresden, 1955 Übersiedelung nach Stuttgart und 1966 nach Bad Tölz, rückwirkende Berufung zum Professor ab 1942 wg. Benachteiligung im Faschismus, zahlreiche Holzschnitte zum Brauchtum und zur Sagenwelt der Oberlausitz, blieb seiner Heimat zeitlebens verbunden, gilt als einer der vielseitigsten Künstler seiner Zeit, Auszeichnung mit dem Kunstpreis der Stadt Dresden (1930) und dem Bundesverdienstkreuz (1980)
Werke = Auswahl:
* Oberlausitzmotive: Lausitzer Weberstube, Bumphutt (1928), Einladung zum Richtfest der Oppacher auf dem Bau Neusalza, Herbstfest in Großdrebnitz, Erntelandschaft (1952), "Oberlausitz, geliebtes Heimatland" (Kleiner Holzschnittkalender, Kunstverlag Schubert und Grosche, Ebersbach 1953)
* Kindermotive, Motive zur Mutter-Kind-Beziehung: Mutter mit Kind, Schlafender Knabe, Schlafendes Kleinkind
* Naturmotive: Rast im Baum, Vom fröhlichen Wandern (Holzschnittmappe, 1928)
* Abendmahl (Wandgemälde Diakonissenhauskirche Dresden, 1929), Altarbild Diakonissenkirche Radebeul (1954), Altarbild und fünf Glasfenster nach dem Wiederaufbau der Diakonissenhauskirche Dresden (1961-1972)
* Perikop-Bilder zu den Sonntags-Evangelien ("Das Bild zum Sonntags-Evangelium" mit Teil 1 vom Advent bis zum Pfingstfest und Teil 2 vom Dreieinigkeitsfest bis zum Ende des Kirchenjahres), Quell-Verlag Stuttgart (1956/57), auch als "Bilder zum Kirchenjahr nach den altkirchlichen Sonntags-Evangelien" bei der Evangelischen Verlagsanstalt Berlin
* Plakate: Zum Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden (1947), 40 Jahre Hellerau (1949, Deutsches Historisches Museum)
* Waggonbau (1951/52), Bauernkrieg - Thomas Münzer (1953), mit Schäfer, Karl-Erich & Wolff, W.: Reichsbahn-Ausbesserungswerk
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Literatur =
* "Oberlausitzer Heimat", Kalender, Hrsg.: Curt Müller, 1925
* Dr. Peter Poprawa: "Ein Nest, das wärmt - Paul Sinkwitz zu Ehren", Oberlausitzer Hausbuch 1999, S. 86 - 90
* Dr. Peter Poprawa: "Heimkehr - Paul Sinkwitz gewidmet", Oberlausitzer Kulturschau, Heft 3/1999, 5. Jahrgang, Lusatia Verlag Bautzen, S. 2-3
* "Paul Sinkwitz, Maler und Graphiker", Evangelische Verl.-Anst., 1965
* Hans-Günther Hartmann: "Paul Sinkwitz (1899 - 1981), Malerei, Grafik, Schriftkunst; Schenkung Dr. Peter Sinkwitz, Fredeburg; Sonderausstellung im Stadtmuseum Bautzen vom 2. September bis 29. Oktober 1995", Stadtmuseum Bautzen

Weblinks

Kurzbiographie

geb. in Ebersbach - lernte früh das harte Leben der Weber und ihre Frömmigkeit kennen und achten - Besuch der Volksschule Ebersbach bis 1913 - Lehre an der Graphischen Kunstanstalt Ebersbach als Zeichner und Lithograf, autodidaktische Weiterbildung - Fronteinsatz und Verwundung im 1. Weltkrieg (1917/18) - 1920 Studium an der Staatlichen Akademie der Graphischen Künste in Leipzig bei Franz Hein, Alois Kolb, Hans-Alexander Müller und an der Kunstgewerbeakademie in Dresden bei Arno Drescher und Georg Erler - aktives Mitglied in den Jugendbewegungen seiner Zeit (Wandervogel, Finkensteiner Bund) - war der Werkbundidee verpflichtet und lebte ab 1922 auf Einladung von Karl Schmidt für mehr als 30 Jahre in der Gartenstadt Hellerau - 1923 Staatsprüfung als Zeichenlehrer an Gewerbeschulen - zu seinen frühen Förderern zählte Curt Müller, für dessen Volkskalender Oberlausitzer Heimat er 1924/25 die Titelgrafik entwarf - Mitwirkung in der Dresdner Sektion des Bundes Deutscher Gebrauchsgraphiker unter Bruno Gimpel - 1924-1929 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden bei Ferdinand Dorsch und Max Feldbauer, Meisterschüler von Robert Sterl, nach dessen Tod 1932 S. sich wieder verstärkt der Grafik zuwandte - 1929 Atelierhaus Grüne Telle 6 von Architekt Fritz Steudtner errichtet, hier viele Ölbilder mit Oberlausitz-Motiven - 1930 Kunstpreis der Stadt Dresden - 1931-1940 Lehrtätigkeit an der Staatl. Akademie für Kunstgewerbe, unter den Studenten war Herbert Vogt aus Seifhennersdorf (1938-41) - 1940 Dozent für Schriftgestaltung an der Staatlichen Kunsthochschule Dresden (Schriftfonts Sinkwitz-Gotisch und Sinkwitz-Bastard), galt als politisch "unbelehrbar" und widersetzte sich dem nationalsozialistischen Rassenwahn, 1943 zur Wehrmacht eingezogen - ab 1946 freischaffend, 1947 Mitglied der Künstlergruppe "Das Ufer" - 1955 Übersiedelung nach Stuttgart (Lehrer an der Fach- und Meisterschule) und 1966 nach Arzbach bei Bad Tölz - rückwirkende Berufung zum Professor ab 1942 wg. Benachteiligung im Faschismus - zahlreiche Holzschnitte zum Brauchtum und zur Sagenwelt der Oberlausitz, grafische Einzelbilder und illustrative Zyklen zu biblischen Stoffen, Kinder- und Naturmotive - illustrierte zahlreiche Bücher, Ausstellungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, große Retrospektiv-Ausstellung in der Ostdeutschen Galerie Regensburg (1979), Paul-Sinkwitz-Ausstellung im Stadtmuseum Bautzen (1996) - mehrere Werke in Galerie Neue Meister, Kupferstich-Kabinett und Stadtmuseum Dresden - beigesetzt in Bad Fredeburg (Sauerland)
<AutorenInfo>
Autor =
Quelle =
Quellenangaben von User:Weinert:
* Bernd Mälzer: "Paul Sinkwitz", Zittauer Geschichtsblätter 5/6, 1998/99, Heft 3/1999, S. 14-16
* "Aus dem Leben von Paul Sinkwitz" - in Oberlausitzer Heimat: "...wer beschützet und erhält..." Band 12 - 1999, S. 74-75
* Sächsische Biografie, herausgegeben vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., wissenschaftliche Leitung: Martina Schattkowsky, Online-Ausgabe: http://www.tu-dresden.de/isgv/
Quellenangaben von User:Uwe Fiedler:
* Prof. H.K. Frenzel (Hrsg.), "Gebrauchsgraphik", Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame, Verlag Phöenix Illustrationsdruck und Verlag GmbH Berlin, Jg. 2, H. 3, 1925
* Christina Manthey, "Mitteilungen für Hellerau", 63. Ausgabe, Mai 2005, S. 5-6
* Peter Sinkwitz, "Werkkunst im XX. Jahrhundert - Paul Sinkwitz, Schriftkünstler, Maler und Grafiker", Verlag der Kunst Dresden, 2002
* "Paul Sinkwitz, Bilder, Zeichnungen, Druckgraphik; zum 80. Geburtstag", Verlag Ostdt. Galerie Regensburg, Ausstellungskatalog 23.5. - 1.7.1979
Quellenangaben von Petra Bruntke:
* Paul Sinkwitz ehrte das Brauchtum. In: Sächsische Zeitung vom 23./24. Juli 2011
</AutorenInfo>

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